Liebe Freunde und Freundinnen, liebe Klient:innen,

 

Ich lade Euch zu einem Vormittag ein, in dem wir uns aus der Schockstarre in den Lebensfluss zurück begleiten.

 

Viele von uns sind geschockt, fühlen Ohnmacht, Wut, Trauer und Angst. Das ist angemessen – denn Krieg ist in jeder Hinsicht überwältigend, furchterregend und schmerzvoll. In erster Linie gilt das für die Menschen, die unmittelbar tödlicher Gewalt ausgesetzt sind. Aber auch jene, die schlimme Ereignisse bezeugen fühlen Angst, Schrecken und erleiden häufig ebenfalls einen Schock. Gestern erzählte mir ein Freund, dass er sich seit einigen Tagen wie in einem Tunnel fühle. Das ist ein typisches Schocksymptom. Manche sitzen wie gebannt vor den Nachrichten und können sich nur schlecht auf anderes konzentrieren: Ebenfalls ein typisches Schocksymptom. Schock an sich ist nichts Schlimmes – er ist eine absolut natürliche und nützliche Schutzreaktion auf ein plötzliches, überwältigendes Erlebnis. Problematisch wird es, wenn er sich über längere Zeit in unseren Körpern und Seelen einnistet. Dann kann sich Schock zu einem Zustand entwickeln, der uns lähmt und in Depression, Stress, Wut und Angst gefangen hält. Wir erleben jetzt gerade den wahrscheinlich massivsten Schock in einer Reihe ungeheuerlicher Ereignisse: 9/11, Finanzcrash, Trump, Brexit, Feuersbrünste, Überschwemmungen, Covid ganz ungeachtet persönlicher, biografischer Erlebnisse von Verlust. Wir sollten alles daransetzen, dass diese Krisen sich nicht in uns zu einem Trauma, zu einem Dauerschock verdichten und lahmlegen. Denn wir brauchen unsere Kräfte, um eine friedliche und lebenswerte Zukunft zu gestalten. Nicht nur für uns selbst, sondern auch für alle Nachfolgenden, und Wiederkehrenden, die in diese Welt geboren werden. Glücklicherweise wissen wir heute, wie wir Trauma verhindern bzw. heilen können. Um der physischen und psychischen Deregulierung einer Schreckenskrise entgegenzuwirken und alle Lebenskräfte voll verfügbar zu machen, braucht es

 

  1. Sichere Räume, in denen Gefühle, die das Schreckliche hervorruft, mit allen Mitteln des Körpers ausgedrückt werden können, ohne andere zu gefährden.
  2. Gute, wohlwollende und sichere Verbindungen mit anderen Menschen – eine typische Erfahrung traumatisierter Menschen ist emotionale Isolation.
  3. Gelegenheit, Selbstwirksamkeit zu erfahren und durch konkrete Handlungen zu stärken
  4. Erlaubnis und Einladung, die eigene Lebendigkeit zu fühlen und zu feiern

 

Wir sind da, wir sind viele – lebendig, in Sicherheit und in der Lage enorme Kräfte zu aktivieren, um mit Schrecklichem umzugehen. Lasst uns gemeinsam unsere volle Lebenskraft und Lebensliebe mobilisieren und zum Wohle der Menschen und unseres Heimatplaneten einsetzen. Jede:r dort wo er oder sie es kann, in der Familie, in Freund- und Nachbarschaften, im Job, in der Freizeit, in Kriegs- und Krisengebieten, in der Begegnung mit Tätern und Opfern, im Kleinen wie im Großen, im Privaten wie im Politischen.

 

Meinen Aufstellungstag am 06.03.2022 musste ich wegen zu geringer Teilnahme absagen. Ich habe mich entschieden stattdessen einen Tag zur Schockbewältigung und Aktivierung unserer Lebenskräfte anzubieten, um genau den vier oben genannten Aspekten Raum zu geben. Folgendes habe ich ungefähr vor (10:00 – 14:30 Uhr)

 

  • Ankommen
  • Aktive Meditation mit Bewegung, Stimme und Ausdruck
  • Meditation in Stille
  • Partner/Kontaktübungen
  • Austausch
  • Gemeinsame Mahlzeit mit vegetarischen, einfachen, mitgebrachten Speisen. TIPP: Bringe etwas mit, was Du mit Freude und Liebe selbst zubereiten kannst. Da alle etwas mitbringen, reicht eine Portion für 2-3 Personen aus. Alle bringen bitte ihr eigenes Geschirr/Besteck und auch etwas zu trinken mit.
  • Abschluss
  • Ende

 

Bitte melde Dich per Email an – ich schaffe es nicht so kurzfristig ein Anmeldeformular auf meine Webseite zu stellen. Hilfreich ist, wenn Deine Anmeldung so bald wie möglich kommt, damit ich den Raumgebern Bescheid sagen kann. Ich biete diese Zeit/diesen Raum kostenfrei an, wünsche mir aber einen Beitrag zu den Raumkosten (140€). Dafür steht meine Spendenbox bereit. Vor Ort gibt es Decken, Matten und Bolster – mitzubringen sind warme Socken, bequeme, lockere Kleidung.

 

In der Zwischenzeit hier noch einige TIPPS zum Handeln:

 

  • Heute 17:30 Demo auf dem Heumarkt mit Fridays for Future / in Solidarität mit FFF in der Ukraine
  • Das 1,5 Grad Gesetz von GermanZero unterstützen – denn der Schutz des Planeten ist Voraussetzung für Frieden unter den Menschen: Kampagne GermanZero
  • Jeden Montagabend sitzt die deutsche Gemeinschaft der Zen-Peacemakers in Meditation für Frieden in der Ukraine zusammen. Jede:r kann mitmachen Infos
  • Sich beim Blau-Gelben-Kreuz informieren was gebraucht wird und wie man helfen kann blau-gelbes-kreuz
  • Unterkunft zur Verfügung stellen: Projekt von GLS Bank und elinor
  • Deinen eigenen Alltag in Frieden leben – in der Familie, in der U-Bahn, im Verkehr, in den sozialen Netzwerken.